Alle USA Tipps auf einen Blick

Au-Pair in den USA

Voller Vorfreude warten zwei Paar leuchtende Kinderaugen auf die fertigen Plätzchen im Backofen. Die Kekse brauchen schließlich noch einen dicken Zuckerguss. Die Gasteltern sind noch arbeiten und freuen sich ebenfalls auf duftende, frisch gebackene Kekse, die am Abend in gemütlicher und lustiger Runde vernascht werden. So oder so ähnlich stellen sich junge Erwachsene ein Jahr als Au-Pair in den USA vor. Kochen, Backen, Kinderhüten und ganz viel Spaß. Ein Abenteuer, das viele nach der Schule anzieht.

Doch worauf ist im Vorfeld eines geplanten Au-Pairs-Aufenthalts zu achten? Wichtige Informationen zum Leben und Arbeiten als Au-Pair in den USA sind in diesem Artikel aufgeführt. Der Traum von einem Jahr als Au-Pair kann beginnen.

Warum entscheiden sich viele Au-Pairs für die USA?

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind bei Au-Pairs das gewünschte Zielland Nummer 1. Es heißt schließlich nicht umsonst „das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Die Gastfamilien sind als besonders freundlich bekannt und bereits jahrelang am gegenseitigen Kulturaustausch interessiert. In vielen Familien ist die Beschäftigung von Au-Pairs gängig und so etwas wie eine Tradition. Au-Pairs finden in den USA eine Gastfamilie, die sie als vollwertige Familienmitglieder aufnehmen und Freude daran haben, sie in alle familiären Aktivitäten zu integrieren.

Gerade deswegen ist das Au-Pair-Leben in den USA abwechslungsreich und bietet vielfältige Erfahrungen an. Wer wieder nach Hause fährt und weder ein Footballspiel noch das Thanksgiving-Dinner erlebt hat, dem fehlt ein Stück vom typisch amerikanischem Leben, denn Gelegenheit dazu ergibt sich aus dem Alltag heraus. In den USA erfahren Au-Pairs sowohl das rasante Großstadtleben als auch die beschauliche Kleinstadtidylle, je nachdem, wo sie ihre Gastfamilie finden. Zudem ist es möglich, in der freien Zeit die unendlichen Weiten des Landes zu erkunden. Mit einem internationalen Führerschein dürfen Au-Pairs Autofahren und gelegentlich bekommen sie dafür ein Fahrzeug von der Gastfamilie bereitgestellt.

Ein Aufenthalt als Au-Pair in den USA ist ein sehr empfehlenswerter und schöner Weg, neben der Sprache den „American Way of Life“ ein Jahr lang intensiv und realistisch kennenzulernen. Besonders beliebt sind Au-Pair-Aufenthalte nach dem Schulabschluss, in einem so genannten Gap-Year.

Au-Pairs unterstützen die Gastfamilien bei den täglichen Aufgaben

Wer als Au-Pair in die USA geht, versorgt und beschäftigt dort hauptsächlich die Kinder der amerikanischen Gastfamilie. Dies bedeutet, tägliches Anziehen, zur Schule bringen, Spielen, Hausaufgaben betreuen und viele andere Dinge. In einer amerikanischen Gastfamilie leben in der Regel zwei bis vier Kinder in unterschiedlichen Altersstufen. Zu den Aufgaben eines Au-Pairs zählen aber nicht nur Dinge, die direkt mit den Kindern zu tun haben. Sie erledigen ebenfalls leichte Hausarbeiten wie aufräumen, kochen und waschen. Allerdings müssen diese Aufgaben mit der Kinderbetreuung in Zusammenhang stehen. Gastfamilien dürfen ein Au-Pair nicht als billige Haushaltshilfe verschleißen. Sollten Betroffene diesen Eindruck gewinnen, dann ist es ratsam, sich mit der zuständigen Agentur in Verbindung zu setzen und die Situation dort zu schildern.

Die beschriebenen Tätigkeiten hören sich nach viel Arbeit an, doch sie lassen sich durchaus in angemessener Zeit erledigen. Alle Aufgaben und auch die Arbeitszeiten sind klar geregelt. Neben dem festen Urlaub haben Au-Pairs unter der Woche sowie an bestimmten Wochenenden Freizeit. In dieser Zeit dürfen sie tun, was sie möchten und können sich selbstverständlich frei bewegen. Manche Au-Pairs bilden sich im Rahmen des Au-Pair-Programmes weiter. Sie belegen Kurse am College oder besuchen eine Abendschule. In machen Programmen ist dies sogar verpflichtend.

Im Rahmen der Beschäftigung als Au-Pair stehen eine kostenlose Unterkunft sowie Verpflegung und ein Taschengeld zur Verfügung. Die Höhe des Taschengeldes wird im Vorfeld über die Agentur fest vereinbart. Neben der Unterkunft, der Verpflegung und dem Taschengeld fliegen die Au-Pairs auf Kosten der Gastfamilie in die USA sowie nach Ablauf des Jahres zurück in die Heimat. Im Normalfall sind Au-Pairs zudem über die Au-Pair-Gastfamilie versichert. Diese beinhalten als Paket alle wichtigen Versicherungen.

Unterschied Au-Pair und Demi-pair und Chancen im Ausland als Mann

Junge Erwachsene können als Au-Pair oder als Demi-Pair in die USA reisen. Während Au-Pairs rund um die Uhr die Kinder der Au-Pair-Gastfamilien betreuen, sind Demi-Pairs morgens im Sprachkurs und unterstützen die Gasteltern nur nachmittags.

Junge Männer finden nur schwer einen Au-Pair-Job. Doch in der heutigen Zeit ist ebenfalls die Suche der weiblichen Bewerber erschwert. Dies liegt darin begründet, dass die Gastfamilien strengere Vorgaben als einhalten müssen. Für beide gilt daher, sich sorgfältig mit den Bewerbungsunterlagen zu beschäftigen und besonders durch viel Erfahrung in der Kinderbetreuung zu punkten.

Die Au-Pair-Voraussetzungen für die Zeit in den USA

In den USA ist der Aufenthalt ausländischer Au-Pairs gesetzlich geregelt. Leistungen und Pflichten sowohl der Au-Pairs als auch der Gastfamilien werden vertraglich festgeschrieben. Wer als Au-Pair in die USA reisen möchte, sollte über die typischen Rahmenbedingungen und Anforderungen Bescheid wissen:

  • Die Dauer der Au-Pair-Zeit beträgt mindestens ein Jahr. Nach 12 Monaten ist eine Verlängerung zwischen drei und zusätzlichen 12 Monaten möglich.
  • Das Mindestalter für Au-Pairs ist auf 18 Jahre festgelegt. Oftmals besteht ebenso die Obergrenze von 26 Jahren.
  • Voraussetzung für ein Jahr in den USA sind gute Englischkenntnisse, damit der Kommunikation bei der Kinderbetreuung nichts im Weg steht.
  • In der Regel ist es wichtig, dass ein Au-Pair 12 Schuljahre oder eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann.
  • Wenn die zu betreuenden Kinder jünger als zwei Jahre sind, ist bereits im Vorfeld ein Nachweis über 200 Stunden Kinderbetreuung notwendig. Ein Nachweis kann mithilfe eines Praktikumszeugnisses oder eines Zertifikates über die jeweilige Tätigkeit erfolgen. Das Mindestalter beträgt in solchen Fällen zudem 19 Jahre.
  • Ein Au-Pair-Job in den USA wird über eine Vermittlung mithilfe einer staatlich zugelassenen Organisation vergeben. Diese verlangen oftmals einen Nachweis über den Führerschein Klasse B und mehrere Referenzen in Bezug auf die Kinderbetreuung sowie den Charakter des Bewerbers.
  • Das kostenpflichtige J-1-Visum ist vorgeschrieben. Dieses müssen Au-Pairs beim amerikanischen Konsulat in Düsseldorf oder der amerikanischen Botschaft in Düsseldorf während eines Interviewtermins beantragen. Bis zum Erhalt des Visums dauert es in der Regel einige Geschäftstage. Das J-1-Visum erlaubt es den Au-Pairs bis zu 12 Monate in der Gastfamilie zu leben und zu arbeiten. Der 13. Monat steht für Reisen in den USA zur Verfügung.
  • Manche Agenturen verlangen ärztliche Gutachten sowie ein polizeiliches Führungszeugnis, manchmal fordern sie darüberhinausgehende formelle Bestätigungen an. Welche das sind, lesen Interessierte auf der Webseite der Agentur oder erfahren Einzelheiten im persönlichen Gespräch.

Die amerikanische Behörde schreibt zudem gesetzlich eine Vorbereitungszeit der jungen Erwachsenen als Au-Pair vor. Diese werden professionell durch die Organisationen durchgeführt. Es handelt sich dabei in der Regel um einen mehrtägigen Vorbereitungskurs direkt nach dem Antritt der Reise in den USA. Die angehenden Au-Pairs müssen dabei Persönlichkeits- und Sprachtests durchlaufen und bestehen. Die US-Regierung erachtet ebenso die Betreuung der Au-Pairs vor Ort sinnvoll. Ein so genannter „local counselor“ unterstützt die Au-Pairs bei Problemen und Fragen. In erster Linie organisiert dieser jedoch verpflichtende Treffen der örtlichen Au-Pairs, damit sie sich kennenlernen können.

Spezielle Ortswünsche der Au-Pairs im Vorfeld des Aufenthaltes können nicht in jedem Fall erfüllt werden. Die Platzierung durch die Organisation ist innerhalb ganz USA möglich. Beliebt sind besonders in den Sommermonaten kleinere Städte. Dort ist es oft leichter, Freundschaften zu schließen und sich in die Gemeinschaft einzubringen.

Der Ablauf über eine Agentur und die anfallenden Au-Pair-Kosten

Da sich alle 16 staatlich anerkannten Organisationen an die gesetzlichen Vorgaben der US-Regierung halten müssen, unterscheiden sich die Angebote der einzelnen Agenturen kaum. Vor allem die Programmgestaltung und die Leistungen unterscheiden sich aufgrund der Vorgaben nicht wesentlich voneinander. Einziger Aspekt sind die Preise für den Aufenthalt als Au-Pair, weshalb ein Preisvergleich ratsam ist. Manche Agenturen zahlen beispielsweise für bereits ausgebildete Kinderpfleger ein zusätzliches Taschengeld.

Im Wesentlichen fallen folgende Au-Pair-Kosten an:

Vermittlungsgebühr ca. 500 €/ ca. 543 $
J-1-Visum ca. 140 $
Student and Exchange Visitor Information System-Gebühr ca. 180 $
Kosten für Interviews oder Anreise zum amerikanischen Konsulat

(diese Kosten werden nach dem Au-Pair-Job zurückgezahlt)

ca. 30 €/ ca. 33 $
Kaution für die Organisation 400 – 500 $
Gesamtkosten 1.396 $

 

Der Ablauf zur Anmeldung eines Au-Pair-Aufenthaltes bei den Agenturen ist in der Regel überall gleich. Diese geben zu Beginn ausführliche Bewerbungsunterlagen an die angehenden Au-Pairs. Der Erstkontakt sollte spätestens vier Monate vor der gewünschten Abreise stattfinden. Zudem führen die Agenturen ein persönliches Interview sowie erste Eignungstests durch.

Bevor die Aufnahme in das Au-Pair-Programm erfolgt, prüft sowohl die deutsche Organisation als auch die amerikanische die Unterlagen der Bewerber. Die Gastfamilien werden ebenfalls sorgfältig ausgesucht und müssen spezielle Voraussetzungen erfüllen. Die Familien entscheiden mithilfe der Unterlagen über die Kontaktaufnahme zu einem bestimmten Au-Pair. Meist schreiben die Familien E-Mails und bitten um ein Gespräch. Im persönlichen Kontakt, zum Beispiel über Telefon oder Skype, treffen Gastfamilie und Au-Pair die endgültige Entscheidung. Die Au-Pair-Gastfamilien suchen meist neue Au-Paris zwischen Juni und Oktober eines Jahres. Ein Aufenthalt ist jedoch generell zu jeder Zeit möglich,

Die Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt sollte die Vorfreude nicht überdecken

Eine ideale Vorbereitung auf das Leben und die Arbeit als Au-Pair in den USA gibt es nicht. Wichtig ist, im Vorfeld viel Erfahrung mit Kindern zu sammeln, sei es durch Babysitten, durch eine Freizeitbetreuung oder durch Praktika in Kindergärten. Zum einen ist die Erfahrung mit Kindern bei vielen Agenturen nachzuweisen, zum anderen ist sie im Alltag als Au-Pair nützlich. Im Hinblick auf die unterschiedlichen Kulturen im Ausland kann die Agentur mit Informationen und Tipps weiterhelfen. Im Wesentlichen ist es wichtig, offen, tolerant, neugierig und freundlich zu sein. Eine Portion Humor schadet ebenfalls nicht.

Der größte Vorteil eines Au-Pair-Aufenthalts in den USA liegt darin, neue Menschen zu treffen, eine fremde Kultur intensiv kennen zu lernen und sich ein Stück Selbständigkeit zu erobern. Das und ein besseres Sprachverständnis sind später auf dem Arbeitsmarkt wertvoll. Arbeitgeber suchen Mitarbeiter, die selbständig handeln und gut organisieren können – beides lernen Au-Pairs zwangsläufig.