Alle USA Tipps auf einen Blick

Wissenswertes über Fahrzeuge und Verkehr in den USA

Fast überall auf der Erde prägen die verschiedenen Verkehrsteilnehmer das Bild des Straßenverkehrs. Auf öffentlichen Straßen aller Länder bewegen sich

  • Fußgänger,
  • muskelkraftbetriebene Fahrzeuge wie Fahrräder und andere Fuhrwerke sowie
  • motorgesteuerte Fahrzeuge oder Kraftfahrzeuge: Autos, LKW, Roller, Motorräder usw.

In Deutschland findet öffentlicher Straßenverkehr auf sämtlichen Arealen statt, die vom Bundes-, Landes oder dem Kommunalrecht her der Allgemeinheit überantwortet sind. Das Treiben im öffentlich-rechtlichen Verkehrsraum überwachen hierzulande staatliche Einrichtungen wie die Polizei, das Bundesamt für Güterverkehr und die Bundesanstalt für Straßenwesen. Jeder, der die öffentlichen Flächen nutzt, gilt als Verkehrsteilnehmer. Die bestehenden Richtlinien und Funktionsweisen für Verkehr unterscheiden sich von denen in anderen Ländern teils wenig und teils erheblich.

Entspannter fahren durch strengere Verkehrsregeln in den USA

Grundsätzlich kann in den USA jeder Bundesstaat seine Verkehrsregeln individuell erlassen. Urlauber und andere Amerika-Reisende profitieren davon, dass die meisten Verkehrsvorschriften ähnlich ausfallen. Alles in allem funktioniert Autofahren in den Vereinigten Staaten von Amerika sehr viel entspannter als in europäischen Ländern. Hupen und Drängeln gibt es fast nur in den Großstädten und Metropolen – und selbst hier kommt es weitaus seltener vor als in europäischen Stadtzentren. Weil die Polizei die Einhaltung der bestehenden Verkehrsregeln in den USA penibel kontrolliert und Missachtungen streng bestraft, gibt es so gut wie überhaupt keine Raser und Drängler. Um eine unter Umständen unerfreuliche Polizeikontrolle zu vermeiden, sollten sich Touristen in den USA an die speziellen Verkehrsvorschriften halten.

Gut hinschauen beim Führen eines Fahrzeugs in den USA

Durch die Weite der Fahrbahnen sind auch zahlreiche Ampelkreuzungen in Amerika wesentlich großflächiger als in Deutschland. Jeder, der in den USA ein Fahrzeug steuert, muss seinen Blickwinkel umstellen und konzentriert schauen: Die Ampelanlagen befinden sich nicht wie in Europa vor dem Kreuzungsbereich direkt an der Haltelinie. Sie hängen fast überall hoch über der Fahrbahn am Ende der Kreuzung. Viele Urlauber müssen sich an diese Situation erst gewöhnen, damit sie ihr Fahrzeug rechtzeitig und an der korrekten Stelle anhalten. Dafür muss sich niemand verbiegen, um den Farbwechsel zu erkennen.

Üblicherweise gilt die Verkehrsregel: An einer roten Ampel ist rechts abbiegen erlaubt

Wer schon einmal in Amerika Auto gefahren ist, ohne diese Regel zu kennen, hat sich vielleicht gewundert, dass der direkt folgende Fahrzeugführer ungeduldig gehupt hat. An unzähligen amerikanischen Ampelanlagen gilt, dass selbst bei Rot das Abbiegen nach rechts erlaubt ist. Voraussetzung ist, dass der Fahrer zuerst den Wagen kurz anhalten und kontrollieren muss, ob er durch den Abbiegevorgang keinen anderen Verkehrsteilnehmer behindert. Wenn frei ist, darf jeder nach dem Stopp über eine rote Ampel rechts abbiegen. Schilder gibt es nur für den Ausnahmefall. An Kreuzungen, wo das Rechtsabbiegen bei Rot untersagt ist, steht: „No right on red“.

Typisch amerikanische Verkehrsrichtlinien

Neben dem generell erlaubten Abbiegen nach rechts an roten Ampeln gibt es weitere Verfügungen für den amerikanischen Straßenverkehr, die sich von deutschen Vorgaben unterscheiden. Eine Liste der bedeutsamsten:

4-Wege-Stopp/4Way Stop

In den USA gibt es Straßenkreuzungen mit vier Stopp-Schildern. Jede Richtung hat demnach eine Anhalte-Pflicht. Hier gilt, dass zuerst wieder anfährt, wer zuerst gestoppt hat. In der Reihenfolge, wie Autos die Kreuzung erreicht haben, sollen sie weiterfahren. Ist die Reihenfolge für die beteiligten Verkehrsteilnehmer in dem Augenblick unklar, lösen die Autofahrer die Vorfahrt durch freundliche Handzeichen untereinander. Das funktioniert reibungslos, weil die Stimmung locker und stressfrei ist. Das Anhalten wird vielerorts durch die Polizei kontrolliert. 4-Wege-Stopps sind weit verbreitet. Kreuzungen mit einer vertrauten Rechts vor Links-Regelung gibt es hingegen äußerst selten.

Besondere Vorsicht ist bei Schulbussen und an Schulen geboten

Haltende Schulbusse schalten ihren Warnblinker oder rote Warnlichter ein. Manche fahren ein Stopp-Schild aus. Autos dürfen einen Schulbus, in den Kinder ein- und aussteigen, nicht überholen oder passieren, auch dann nicht, wenn die Gegenfahrbahn frei ist. Wer in den USA einen Autounfall mit einem Kind verursacht, bekommt in der Regel automatisch die Schuld zugesprochen. Dasselbe gilt in vielen Fällen für andere schwächere Verkehrsteilnehmer. Geschwindigkeitsübertretungen an Schulen ahndet die Polizei üblicherweise mit einer doppelten Strafe. Die Kontrollen sind häufig und streng, daher sollten Autofahrer ausreichend Vorsicht walten lassen.

Die maximalen Höchstgeschwindigkeiten einhalten

Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit unterscheidet sich von Bundesstaat zu Bundesstaat. Die jeweils geltende Vorschrift ist für Autofahrer gut sichtbar auf Schildern angezeigt. Weit verbreitet gelten innerorts Geschwindigkeiten von 20 bis 30 mph, auf Landstraßen und Autobahnen 60 bis 70 mph. Die Tempoeinheit mph = Miles per hour liegt mit einem Umrechnungswert von 1,609 höher als die Einheit km/h. Geschwindigkeitskontrollen werden manchmal als „Speed Control“ angekündigt. Zur Tagesordnung in weitläufigen ländlichen Gebieten gehört, dass die Polizei das Tempo von Autofahrern per Helikopter misst. Wer mit einer unzulässigen Geschwindigkeit erwischt wird, sollte die Situation unter keinen Umständen anzweifeln oder ausdiskutieren. Anders als in Deutschland ist nicht nur das zu schnelle Fahren in den USA ein Verkehrsdelikt. Auch wer zu langsam fährt, kann ein Bußgeld riskieren. Wenn Urlauber beispielsweise mit einem Wohnmobil eine Steigung nicht im Rahmen der vorgegebenen Geschwindigkeit erfahren können, müssen sie Haltebuchten ansteuern und andere Verkehrsteilnehmer vorbei lassen. Die Haltebuchten heißen „Turnout“. Auf diese Weise werden Kolonnen und Staus verhindert.

Überholen ist links wie rechts gestattet!

Auf den mehrspurigen amerikanischen Straßen und Autobahnen, den Interstates, dürfen Autofahrer rechts und links innerhalb der vorgegeben Höchstgeschwindigkeit an anderen Fahrzeugen vorbei fahren. Daher halten sich viele Touristen auf der mittleren Spur auf. Rechte Fahrstreifen gehen gelegentlich an der nächsten Ausfahrt ab, so dass die Gefahr des Falschabbiegens besteht. Wenn ein Überholverbot gilt, besagen Hinweisschilder „Do not pass“.

Spurwechsel vermeiden – Keep in lane

Das Wechseln einer Fahrspur gilt in Amerika als risikoreich. Autofahrer sollten auf der gewählten Fahrbahn verbleiben. Wer grundlos die Spur wechselt, muss mit einem Strafzettel rechnen. Das heißt jedoch nicht, dass Fahrer nicht dahin die Fahrspur wechseln dürfen, wo ihr Weg hinführt. Diese Regel beugt vielmehr einem sogenannten Zick-Zack-Fahren entgegen. Inzwischen ist selbst in den USA Usus, dass langsamere Fahrzeuge schnelleren den linken Fahrstreifen frei machen.

Fahrbahnmarkierungen als Parkhinweise

Etliche amerikanische Häuser sind aus Holz gebaut. Brandschutzvorschriften sind daher von großer Wichtigkeit. In der Folge ist das Parken vor oder hinter Hydranten nur mit einem Abstand von mindestens drei Metern erlaubt. Direkt vor und nahe der Hydranten gilt ein striktes Halteverbot. Wer Pech hat, wird unverzüglich abgeschleppt. Ein Parkverbot besteht ebenfalls für Ausfahrten und Bushaltestellen. Außerorts dürfen Autofahrer nur auf Parkplätzen ihr Fahrzeug abstellen. Die Fahrbahnmarkierungen zum Parken besagen:

Rot Absolutes Parkverbot
Gelb und schwarz Ladezone, Halteverbot
Weiß Kurze Parkdauer während der Geschäftszeiten für maximal fünf Minuten
Grün Parkerlaubnis während der Geschäftszeiten für maximal zehn Minuten
Blau Parkerlaubnis nur für Behinderte/mit entsprechendem Ausweis

Fahrbahnmarkierungen für den Fließverkehr

Beim Fahren geben die amerikanischen Fahrbahnmarkierungen ebenfalls bestimmte Hilfestellungen:

Einfache gelbe Linie Trennung der Fahrspur zum Gegenverkehr
Doppelte gelbe Linie Absolutes Überholverbot, Verbot des Überfahrens (nicht Abbiegen)
Gestrichelte weiße Linie Trennung von Fahrbahnen derselben Richtung
Durchgezogene weiße Linie Begrenzung des rechten Fahrbahnrandes

Zudem sind Einbahnstraßen mit einer gelben Linie auf der linken Seite markiert. In Baustellenbereichen finden sich vielfach rote oder orange Markierungen, die Verbote für Autofahrer darstellen.

Noch ausführlicher als in Deutschland: Verkehrszeichen in Amerika

Auf den Verkehrsschildern in den USA steht vergleichsweise viel Text. Aufgrund der Größe des Landes, sind folglich ebenso die Verkehrsschilder größer als in Europa. Gängige landestypische Verkehrsschilder beinhalten:

„DO NOT BLOCK INTERSECTION/FINES TO 500 $“ = Kreuzung nicht blockieren, Strafe bis zu 500 $

„LEFT TURN ON RED AFTER STOP“ = Nach einem Stopp dürfen Fahrer trotz Rot links abbiegen

“SPEED LIMIT 70 MPH/RADAR ENFORCED” = Höchstgeschwindigkeit 70 mph/Radarkontrollen

„TOW AWAY TEMPORARY/NO PARKING 6 PM THURSDAY TO 6 AM MONDAY“ = Temporäre Abschleppzone/Parkverbot gültig von 18:00 h Donnerstag bis 6:00 h Montag

“CARPOOL VIOLATION/$ 341 MINIMUM FINE” = Nichtbeachtung Fahrgemeinschaft kostet min. 341 $

Charakteristisches Autobahnschild in Amerika

Mietwagen in den USA

Viele amerikanische Bürger nutzen im eigenen Land Mietwagen. Ob sie nun persönlich überhaupt keinen PKW besitzen, nur kurzzeitig einen Wagen benötigen oder ob sie für einen bestimmten Anlass wie Ausflug oder Urlaub ein größeres Auto für die ganze Familie wünschen: In Amerika fahren nicht nur Urlauber und Touristen mit einem gemieteten Fahrzeug umher. Infolgedessen sind Autovermietungen buchstäblich an jeder Ecke zu finden. Urlauber aus Deutschland nehmen meistens direkt am Ankunftsflughafen ihren Mietwagen entgegen. Es ist in Amerika jedoch absolut unproblematisch, an einer anderen Stelle vorübergehend ein Auto anzumieten.

Mietbedingungen für Leihwagen in den USA

Um erfolgreich ein Auto für den USA-Aufenthalt anzumieten, müssen Ausländer einige Voraussetzungen erfüllen. Die wichtigsten Punkte für die Anmietung eines Wagens in Amerika lauten:

  • Mindestalter: 24 Jahre. Erlaubt ist auch die Anmietung für junge Menschen zwischen 21 und 24 Jahren, sie ist jedoch deutlich teurer. Es gibt kaum Vermieter, die Jugendlichen zwischen 18 und 21 Jahren ein Auto anbieten.
  • Vorlage des Original-Führerscheins. Ein EU-Führerschein ist ausreichend. Ein zusätzlicher internationaler Führerschein erleichtert die Bürokratie. Ein besonderer USA Führerschein ist nicht erforderlich.
  • Vorlage des gültigen Reispasses – ein Personalausweis hat in den USA keine Bedeutung.
  • Manchmal ist das Vorzeigen des Flugtickets gefordert.
  • Autos werden in Amerika tageweise vermietet.
  • Bei Unfällen mit Mietwagen immer mit 911 die Polizei hinzurufen.
  • Mautsysteme beziehungsweise Kleingeld für Mautstrecken einplanen.
  • Versicherung abschließen.
  • Kreditkarten sind das am weitesten verbreitete Zahlungs- und Kautionsmittel für Mietwagen.

Entschleunigung durch Mietwagen mit Automatik

Fast alle Mietfahrzeuge in den USA sind – wie handelsübliche Modelle der Einwohner – mit einer Automatik ausgerüstet. Autos mit Gangschaltung, wie sie in Europa weit verbreitet sind, finden USA-Reisende nur dünngesät. Die Bedienung von Automatikfahrzeugen ist für ungeübte Fahrer zunächst etwas ungewohnt, aber dennoch leicht zu erlernen. In Abhängigkeit des Autotyps variieren die Bedienungsanleitungen leicht. Hierbei ist meist die Anordnung der Gänge etwas anders. Die Schaltung befindet sich entweder

  • in der Mittelkonsole neben dem Fahrersitz oder
  • am Lenkrad.

Die wichtigsten Bedienungshinweise für den vereinfachten Schaltknüppel lauten:

N = Neutral Leerlauf, zum Anlassen oder bei längerem Stillstand wählen
D = Drive Zum Losfahren die Handbremse lösen
P = Parking In dieser Position kann der Zündschlüssel abgezogen werden
R = Reverse Rückwärtsgang, erst wählen, wenn der Wagen steht
1 oder L = Low Kleiner Gang für steile Steigungen
2 Zusätzlicher Gang für mittelschwere Steigungen

Wenn der Mietwagen über einen Daumenknopf am Schalthebel verfügt, muss der Fahrer diesen zum Wechseln der Gänge gedrückt halten. In der Regel wissen Mietwagenfahrer schon nach kurzer Zeit den Komfort des Automatikgetriebes zu schätzen. Im Vergleich zu einem Auto mit Gangschaltung kann der Fahrer die automatischen Reaktionen des Wagens auf den amerikanischen Straßen alsbald richtig genießen. Der linke Fuß, der sonst stets die Kupplung bedient, hat auch Urlaub. Die Umstellung am Heimatort auf die Schaltung zurück fällt vielen USA-Urlaubern schwerer und sie vermissen die Annehmlichkeiten und Vorteile des entspannten Autofahrens.