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Fliegen in der Schwangerschaft: Das müssen Sie beachten

Schwanger fliegen: Tipps für Flugreisen in der Schwangerschaft

Im sechsten Monat mit dem werdenden Papa  in den Babymoon? Kurz vor der Geburt nochmal die Freundin in Italien besuchen? Oder mit rundem Kugelbauch nochmal am Strand entspannen, bevor das Baby kommt? In der Schwangerschaft zu fliegen ist ein häufig diskutiertes Thema und viele Mütter sind unsicher, welche Informationen stimmen und was Sie dabei beachten müssen.

Grundsätzlich gilt, dass Fliegen in der Schwangerschaft kein größeres Problem darstellt und nur in Ausnahmefällen darauf verzichtet werden sollte. Allerdings gibt es nicht nur von Seiten der Schwangeren oder des Arztes Regeln, die beachtet werden sollten, sondern auch von Seiten der Fluggesellschaft. Ab einem gewissen Fortschritt der Schwangerschaft werden Schwangere nämlich gar nicht mehr mitgenommen.

Diese Risiken birgt das Fliegen für Schwangere

1.  Sauerstoffmangel

Es gibt immer wieder Ärzte und Experten, die beim Thema Fliegen ihre Bedenken äußern. Einige raten zum Beispiel davon ab in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft zu fliegen, die eh als eine kritische Phase gelten. Kritisch ist diese Phase deshalb, da das Baby in dieser Phase noch ein Embryo ist, dessen Organe sich erst noch entwickeln und da es dabei leicht zu Fehlbildungen kann, werden viele Embryos in dieser Zeit vom Körper abgestoßen.

Da nun im Flieger der Sauerstoffanteil in der Luft geringer ist als am Boden, sehen manche Ärzte einen Flug in diesem ersten Schwangerschafts-Trimester als kritisch an, da sich der Sauerstoffmangel negativ auswirken könnte. Studien haben aber gezeigt, dass der Flug keine negativen Auswirkungen auf die Herzfrequenz des Babys hat.

 2. Strahlenbelastung

Die kosmische Strahlenbelastung ist im Flugzeug deutlich höher als am Boden, würde man täglich fliegen läge die jährliche Gesamtbelastung um 50 Prozent höher als am Boden. Vereinzelte Flüge machen aber daher nur einen Bruchteil an zusätzlicher Belastung aus und der Großteil der Experten ist sich einig, dass vom Fliegen in der Schwangerschaft nicht aus diesem Grund abgeraten werden sollte. Schließlich schwankt die kosmische Strahlung auch am Boden je nach Wohnort stark.

3. Thrombose

Einigkeit besteht bei vielen Experten beim Thema Thrombose, wenn es um das Fliegen in der Schwangerschaft geht. Thrombose ist ein Blutgerinnsel in den Beinen, das durch die mangelnde Bewegung im Flugzeug und die unbequeme Sitzhaltung mit mangelnder Beinfreiheit und abgeknickten Beinen entstehen kann. Der Blutpfropf behindert den Blutstrom und kann in die Lunge oder ins Herz hochwandern und dort einen lebensgefährlichen Infarkt oder eine Embolie auslösen.

Werdenden Müttern wird dazu geraten Kompressionsstrümpfe zu tragen, wenn sie einen Flug antreten – besonders bei Langstreckenflügen. Dank dieser Strümpfe kann das Blut in den Beinen auch bei der unbequemen Sitzhaltung im Flugzeug weiter zirkulieren und es bilden sich keine Gerinnsel. Auf diese Weise wird das Thromboserisiko gesenkt.

In diesen Fällen sollten Schwangere auf keinen Fall fliegen

Fliegen während der Schwangerschaft

Bei einer unkompliziert verlaufenden Schwangerschaft spricht eigentlich nichts gegen einen Flug, auch nicht über eine längere Strecke. Falls die Schwangerschaft aber Komplikationen mit sich bringt, sollten Risiko und Nutzen des Flugs gründlich gegeneinander abgewogen werden. Falls die Schwangerschaft eine Hochrisikoschwangerschaft ist, sollte auf das Fliegen verzichtet werden. Eine Hochrisikoschwangerschaft liegt zum Beispiel bei einer Placenta praevia vor. Als Placenta praevia bezeichnet man eine Fehllage der Plazenta vor dem Gebärmutterhals. Dabei wird der Geburtskanal teilweise oder sogar ganz überdeckt.

Auch mit Herz- oder Kreislaufbeschwerden (sowohl beim Kind als auch bei der Mutter) sollte auf das Fliegen verzichtet werden. Weitere Gründe, die gegen das Fliegen in der Schwangerschaft sprechen, sind eine akute Thrombosegefahr, große Flugangst, eine drohende Frühgeburt oder eine bereits sehr weit fortgeschrittene Schwangerschaft kurz vor dem Geburtstermin. Auch wenn die Schwangere bereits eine Frühgeburt oder einen Schwangerschaftsabgang hatte, wird von einer Flugreise abgeraten.

Egal wie weit die Schwangere ist, wie sie sich fühlt, welche Risikofaktoren vorliegen und welche Beweggründe, den Flug durchzuführen: Es sollte in jedem Fall ein Arzt zurate gezogen werden, der seine Einschätzung zur Flugreise abgibt. Selbst wenn kein Risikofaktor vorliegt und die Schwangere sich rundum wohlfühlt, sollte das Gespräch mit dem Frauenarzt gesucht werden, der das Risiko und den Gesundheitszustand von Mutter und Baby besser einschätzen kann.

Viele Fluggesellschaften nehmen Schwangere ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr mit

Selbst wenn der Arzt grünes Licht gibt und auch die Schwangere sich wohl fühlt, steht auf der anderen Seite immer noch die Fluggesellschaft, die die Schwangere auch an Bord lassen muss. So empfiehlt die IATA (International Air Transport Association), der Dachverband aller Fluggesellschaften, den Airlines, Schwangere ab der 36. Schwangerschaftswoche nur noch mit ärztlichem Attest zu befördern. In diesem sollte die Flugtauglichkeit der Schwangeren bescheinigt sein.

Dass Fluggesellschaften Schwangeren die Beförderung unter Umständen verweigern, liegt daran, dass sie sich vor Risiken und Kosten schützen wollen, die bei einer Geburt an Bord des Flugzeugs entstehen können. Wie die Airlines die Bestimmungen dann tatsächlich auslegen bleibt ihnen überlassen und bei jeder guten Airline befindet sich in den Beförderungsrichtlinien auch ein Paragraph zu Schwangeren. Manche Airlines nehmen Schwangere schon ab der 34. Woche nicht mehr mit, andere halten sich an die Empfehlung der IATA und verweigern die Beförderung ab der 36. Woche. Einige Airlines verlangen schon ab der 28. Woche ein Attest, das die Flugtauglichkeit der Schwangeren bescheinigt. Handelt es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft, wird die Beförderung bei den meisten Airlines schon ab der 32. Woche nicht mehr durchgeführt.

Schwangere sollten daher im Falle einer geplanten Reise noch während der Schwangerschaft unbedingt die Regularien und Beförderungsbestimmungen der Fluggesellschaften studieren und für ihre Reiseplanung berücksichtigen. Zu ärgerlich wäre es, wenn eine geplante Reise aufgrund der Beschränkungen der Airline nicht angetreten werden kann. Zudem sollte unbedingt ein Attest mitgeführt werden, das Flugtauglichkeit besteht, um Missverständnisse zu vermeiden.

Einreisebestimmungen für Schwangere prüfen

Nicht nur für den Flug selber, sondern auch für die Einreise in manche Länder, muss die Schwangerschaft berücksichtigt werden. Zwar ist es in den meisten Ländern kein Problem als Schwangere hinzufliegen und gerade in Europa kann jedes Land bereist werden, in den USA werden Schwangere ab einer bestimmten Schwangerschaftswoche aber nicht mehr ins Land gelassen. Schließlich hätte das Kind automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft, falls es in den USA geboren würde und vor diesen Fällen wollen die Behörden sich schützen. Zudem müssen Schwangere in den USA nachweisen, dass sie in der Heimat krankenversichert sind und vorhaben wieder in ihr Heimatland zurückzukehren. Dies geht am besten mit einer Bescheinigung der Versicherung und mit einem Rückflugticket.

Auch in anderen Ländern können für Schwangere bestimmte Regularien gelten. So verlangt Singapur ab dem 6. Schwangerschaftsmonat ein ärztliches Attest von werdenden Müttern und einen „Social Visit Pass“, der extra in der Botschaft oder einem Konsulat beantragt werden muss. Vielen angehenden Müttern ist ein Langstreckenflug ab einem gewissen Schwangerschaftsmonat eh zu viel, der Bauch ist unbequem beim zu langen Sitzen und die Unsicherheit über die Risiken der Reise und die medizinische Versorgung vor Ort halten viele davon ab, ab dem 6. Monat noch auf einen anderen Kontinent zu fliegen. Grundsätzlich ist es aber möglich und wenn der Arzt keine Einwände hat, spricht nichts dagegen.

Schwanger fliegen: 10 Tipps für das Fliegen in der Schwangerschaft

10 Tipps für werdende Mütter, die einen Flug antreten

  • Angehende Mütter sollten unbedingt sowohl eine Reiserücktritts- als auch eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Wichtig zu wissen ist dabei allerdings, dass die meisten Versicherer nicht die Kosten übernehmen, die im Ausland durch Schwangerschaft oder sogar eine mögliche Geburt entstehen. Gerade in den USA und Kanada kann eine ungeplante Geburt für Mütter daher sehr teuer werden, da die Gesundheitskosten dort deutlich über dem deutschen Niveau liegen.
  • Wie die medizinische Versorgung am Zielort genau aussieht, sollten schwangere Frauen umgehend vor der Reise in Erfahrung bringen. Falls währenddessen etwas sein sollte, ist es gut zu wissen an wen man sich wenden kann und ob es gegebenenfalls auch deutschsprachige Ärzte vor Ort gibt. Auch sollten die Standards der medizinischen Versorgung bekannt sein – so ist in vielen Ländern der Welt die medizinische Versorgung deutlich schlechter als in Deutschland.
  • Die Reiseapotheke sollte großzügig ausgestattet werden, damit bei kleinen Zipperlein direkt die richtigen Medikamente vorhanden sind. So schwören viele Schwangere während der Schwangerschaft auf Naturheilprodukte, die im Ausland häufig nicht in derselben Form wie in Deutschland erhältlich sind.
  • Der Mutterpass, den jede werdende Mutter ab Feststellung der Schwangerschaft von ihrem Frauenarzt bekommt, sollte unbedingt bei jeder Reise mitgeführt werden. Im Mutterpass werden bis zur Geburt des Babys alle relevanten Daten der Mutter (Eisenwert, Blutgruppe, Untersuchungsergebnisse für Erb- oder Infektionskrankheiten etc.) sowie alle relevanten Daten des Babys wie zum Beispiel der errechnete Geburtstermin, Größe und Gewicht des Kindes etc. eingetragen. Sollte es zu einem Notfall kommen, hilft dieser Pass ausländischen Ärzten dabei, schnell alle wichtigen Informationen über Mutter und Kind zur Hand zu haben und angemessen reagieren zu können. Der Mutterpass ist auch in englischer Übersetzung erhältlich.
  • Während des Fluges sollten werdende Mütter sehr viel Trinken. 2 Liter sind schon am Boden in der Schwangerschaft das Minimum, in der Luft sollte es noch mehr sein. Um eventuellen Hungerattacken vorzubeugen ist es zudem nützlich, Kekse und Nüsse mitzuführen, die während des Fluges gegessen werden können.
  • Wenn möglich sollte ein Platz am Notausgang oder zumindest ein Platz am Gang reserviert werden, damit die werdende Mutter auch mal die Beine ausstrecken kann.
  • Während des Fluges sollte lockere und bequeme Kleidung getragen werde, die weder den Bauch, noch die Beine einschnürt.
  • Regelmäßig aufzustehen ist ganz wichtig. Sich ab und zu die Beine zu vertreten, das Blut zirkulieren zu lassen und somit dem Thrombose-Risiko aktiv vorzubeugen, ist während eines Fluges als Schwangere unerlässlich. Auch im Sitzen können ein paar Übungen durchgeführt werden, um die Muskulatur zu lockern und Thrombose vorzubeugen. Im Sitzen die Beine zu kreisen oder immer abwechselnd die Füße von der Ferse bis zu den Zehenspitzen auf- und wieder abzurollen hilft dabei, dass der Kreislauf in Bewegung bleibt.
  • Der Gurt sollte weit unterhalb des Bauches angelegt werden, damit im Falle von starken Turbulenzen oder bei Start und Landung wenn das Flugzeug in Schräglage ist, der Bauch nicht abgequetscht wird.
  • Das Handgepäck sollte nicht unter dem Sitz aufbewahrt werden, sondern im Gepäckfach. Die Beinfreiheit sollte soweit es geht erhalten bleiben und nicht noch unnötig verkleinert werden.

Entspannt in den Urlaub starten

Wer sich den letzten Urlaub vor dem Baby nicht nehmen lassen möchte, der kann mehr oder weniger bedenkenlos in ein Flugzeug steigen. Wichtig ist, dass vorher Informationen über alle wichtigen Fakten eingeholt wurden und vor allem, dass die Schwangerschaft unkompliziert verläuft.

Die beste Zeit um in der Schwangerschaft zu fliegen, ist das zweite Schwangerschaftsdrittel. Die kritischen ersten drei Monate sind um, in denen davon abgeraten wird ein Flugzeug zu besteigen. Auch hat der Bauch noch eine kompakte Größe und erschwert das Sitzen nicht ungemein. Zudem ist es unwahrscheinlich, dass sich das Neugeborene bereits im zweiten Schwangerschaftsdrittel auf den Weg macht, ab der 36. Woche ist diese Chance deutlich größer!

Wichtig ist, unbedingt bei der Fluggesellschaft anzukündigen, dass man schwanger ist – unabhängig davon in welchem Monat – um gegebenenfalls einen besseren Sitzplatz mit mehr Beinfreiheit zu bekommen. Ab einem gewissen Schwangerschaftsfortschritt sollte dann ein Attest mitgeführt werden, um von der Airline noch an Bord gelassen zu werden. Die Beförderungsbestimmungen der Airlines können auf den jeweiligen Webseiten eingesehen werden.

Grundsätzlich gilt, dass werdende Mütter auf ihr Gefühl hören sollten, ob sie sich einen Flug – vor allem einen Langstreckenflug – zutrauen oder nicht. Wer sich dabei nicht wohlfühlt, sollte sich das dann auch nicht zumuten, da der Körper es dann als Stress empfindet. Wer sich mit seiner Schwangerschaft rundum wohlfühlt und keine ernsteren Beschwerden hat, der kann nach Rücksprache mit dem Arzt ein Flugzeug besteigen.

Wer beruflich fliegen muss und sich dabei nicht wohlfühlt, kann sich unter Umständen mit einem ärztlichen Attest davon befreien lassen. Schließlich geht das Wohl der Mutter und des Kindes vor!